Laos, Vietnam
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Der Weg ist das Ziel – Wie man sich in Asien fortbewegt

Auf Reisen sind ja oft nicht nur die einzelnen Etappenziele spannend, sondern auch der Weg von A nach B kann ein Erlebnis für sich sein. Unsere Reise von Koh Kood in Thailand nach Battambang in Kambodscha war z.B. so ein kleines Abenteuer.

 

Leer en español

Sieben Mal mussten wir insgesamt das Verkehrsmittel wechseln und bei jedem Wechsel mussten wir uns erkundigen, wie der nächste Wegabschnitt zu machen ist. Unterwegs werden dir natürlich für horrende Summen auch private Taxifahrten angeboten, aber unser »Lonely planet« diente uns wunderbar, als es darum ging den günstigsten, wenn auch längeren Weg, mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die Grenze zu finden.
Wie ein Fuchs muss man aufpassen, will man sich nicht von den Touristenfängern an jeder Ecke über den Tisch ziehen lassen. Und sollte es mal jemand gut mit dir meinen und dir raten: »Nimm das Motorradtaxi zum Markt, von dort fährt ein Pick-up Bus zur Grenze«,  muss man auch mal vertrauen können und hoffen, dass einen die eigene Menschenkenntnis in dem Moment nicht täuscht.

Das Prozedere an der Grenze ist immer unterschiedlich aber prinzipiell durchläuft man immer vier Phasen:

  1. Man erhält von der Grenzbehörde einen Ausreisestempel und gibt seine Departure-Card ab.
  2. Man bekommt den Visumantrag und die Arrival- und Departure-Card vom Zielland ausgehändigt. Diese Formulare füllt man aus und gibt sie zusammen mit einem Passfoto und der Visumgebühr ab.
  3. Den Pass mit genehmigten Visum lässt man sich von der Grenzbehörde des Ziellandes abstempeln.
  4. Zu Fuß spaziert man über die Grenze, an der der Pass nochmal kontrolliert wird. Dann hat man es geschafft. Zeitaufwand: ca. 1 Stunde

Meistens wird man währenddessen von einem halben Dutzend Leuten belagert, die eine Taxifahrt in die nächstgelegene Stadt oder Geldwechsel anbieten.

Nach elf abwechslungsreichen Stunden für circa 250 km erreichten wir unser Ziel und beglückwünschten uns zu den günstigen Reisekosten von nur 22 Euro für uns beide, wenn man die Kosten für das verhältnismäßig teure Boot zum Festland und das unvermeidliche Taxi von der Grenze nach Battambang für 17,50 Euro (zu der späten Stunde verkehrten nämlich keine öffentlichen Busse mehr) außer Acht lässt.

Im »sleeping bus« von Hoi An nach Vientiane 

Für längere Busfahrten, die mehr als acht oder zehn Stunden dauern, empfiehlt es sich einen Nachtbus, oder auch »sleeping bus« genannt, zu nehmen. Die Betten sind relativ bequem, wobei sie eher für kleine Menschen konzipiert sind.

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In diesen Bussen gibt drei Reihen Stockbetten, die durch zwei Gänge voneinander getrennt sind. Die Rückenlehne kann verändert werden, sodass man mit ausgestreckten Beinen auch sitzen kann. Die letzte Reihe, in der wir Platz fanden, besteht aus fünf Betten. Dort eingepfercht fühlt man sich ein bisschen wie im Bettenlager einer Alm.

Die 24 Stunden von Hoi An in Vietnam nach Vientiane in Laos legten wir in so einem »sleeping bus« zurück. Im Vorfeld hatten wir im Internet reichlich abschreckende Geschichten über diese Busfahrt gelesen, aber ein Flug kam für uns nicht in Frage, zumal es ohnehin keine direkt Verbindung gegeben hätte.
Ohne Aussicht auf Alternativen buchten wir also unser Busticket für teure 47 USD und hofften, dass für das Geld auch ein entsprechend guter Service auf uns wartete.

Aufgrund der Recherchen vorab waren wir auf alles Mögliche eingestellt:

  • überbuchter Bus, in dem mehrere Leute auf dem Gang sitzen oder gar stehen müssen
  • kaputte Klimaanlage, Hitze
  • überraschtes Abfahren vom Bus mit dem gesamten Gepäck, während man als Einziger noch mit den Formularen an der Grenze kämpft
  • keine Zeit etwas Essbares zu kaufen
  • nicht enden wollende Pausen für Reparaturen am Bus
  • undichte Gefäße mit Fischsauce im Gepäckraum, dessen Inhalt sich mit jeder Kurve und jedem Schlagloch zwischen dem Gepäck verteilt
  • blinder Passagier im Gepäckraum, der während der Fahrt das Gepäck filzt und im schlimmsten Fall erleichtert

Natürlich ist uns nichts dergleichen passiert! Wie langweilig oder? Abenteuerlich war die Fahrt trotzdem, weil wir unsere großen Backpacker Rucksäcke mit in den Bus nehmen mussten. Unten im Gepäckraum wo sie normalerweise Platz finden, stapelten sich nämlich schon jede Menge Kisten und Säcke mit Lebensmitteln. Die Rucksäcke und Koffer aller Passagiere wurden also im Passagierraum zum Teil auf den Sitzen neben uns und andere in den Gängen deponiert. Über die Koffer in den Gängen wurden dicke Matten gelegt die wiederum zusätzlichen Fahrgästen als Schlafstätte dienten. Doch damit nicht genug! Nach einer Stunde hielten wir an und ein kleines Gerüst wurde neben dem Bus installiert. Über das Gerüst wurden dann flink etliche weitere Kisten auf das Busdach gehievt, bis der Fahrer und seine vierköpfige Crew völlig schweißgebadet waren. Zum Glück konnten sie sich, bevor es weiterging, mit einem Gartenschlauch notdürftig abduschen. Währenddessen machten wir uns mit der einzigen westlichen Mitreisenden neben uns Gedanken über die Statik der Karosserie.

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Lange 40 Minuten dauerte es, bis alle Kisten auf dem Dach festgezurrt und mit einer Plane abgedeckt waren.


koriander-y-manta_RaststaetteEine typische Autoraststätte in Vietnam.

An der Grenze Lao Bao wurde uns drei Touristen dann sogar vorausschauender Weise Vortritt gelassen, da wir ja ohnehin zehn mal so lange brauchen würden, wie unsere vietnamesischen und laotischen Mitreisenden.
Die Nettigkeit hörte dort allerdings auf, als uns der Grenzbeamte mit einem breiten Grinsen eine Visumgebühr von 43 USD abverlangte, acht Dollar mehr als normalerweise. Als ich fragte, ob ich mit Dong (vietnamesische Währung) zahlen könne, wurde er noch unverschämter. Eine Million Dong, umgerechnet 48 USD, sollte es dann plötzlich kosten und auf meine Frage nach dem Wechselkurs meinte dieser Grenzbeamte nur »Pfff, I don’t know!«. Hätten wir Dollar dabei gehabt, wären wir nur um 35 USD erleichtert worden. Die Gaunerei ging aber noch weiter! Beim Abstempeln des genehmigten Visums an einem anderen Schalter wollten sie uns einen Zuschlag für die Bearbeitung außerhalb der Öffnungszeiten berechnen. Da wurde es mir dann zu viel und ich zog den »Lonely Planet« heraus, demzufolge die Grenze noch eine ganze Stunde geöffnet hätte. Ungläubig beugten sich drei Köpfe über das Buch und gaben schließlich Kleinbei.
Unser Bus wartete Gott sei Dank – oder besser Buddha sei Dank – die ganze Zeit auf uns.

 

Artículo en español

El camino se hace al andar – desplazarse por Asia

A menudo, en los viajes, no solo son interesantes los lugares que se visitan, si no también los trayectos de un lugar a otro pueden convertirse en vivencias por si mismos. Por ejemplo, nuestro trayecto desde Koh Kood, en Tailandia, a Battambang, en Camboya, fue una especie de aventura.
Tuvimos que cambiar de medio de transporte unas siete veces en total, y en cada cambio había que que informarse de como hacer el siguiente tramo. De camino nos ofrecieron varias veces, por sumas desorbitadas, hacer el viaje directo en coche privado, mucho más rápido. Pero nuestro »Lonely Planet« nos fue de gran utilidad para encontrar el camino, que era más largo, pero mucho más barato, a través de la frontera hasta nuestro destino.
Hay que ser listo como un zorro si no quieres caer en la trampa de los oportunistas. Y cuando alguien te dice »coge un mototaxi hasta el mercado, y de allí sale un bus pick-up hasta la frontera« entonces hay que saber confiar, y esperar que la sensación que se tiene de la persona sea la acertada.

Los procedimientos en las fronteras pueden ser diferentes, pero principalmente se siguen cuatro pasos:

  1. Se recibe el sello de salida y se entrega el Departure-Card.
  2. Se recibe la solicitud de visado y la Arrival- y Departure-Card del país del destino. Después de rellenar estos formularios se entregan, junto con una foto de carnet y se paga la tasa.
  3. Se entrega el pasaporte, con el visado en regla, a las autoridades del país de destino para que pongan su sello de entrada.
  4. Se pasa caminando la frontera y el pasaporte es de nuevo controlado. Y entonces ya se ha logrado.
    Tiempo estimado de trámites: 1 hora aproximadamente.

A veces, mientras tanto, eres asediado por una media docena de personas que te ofrecen viajes en taxi a la ciudad más próxima, o que te ofrecen cambio de moneda.

Después de once horas de cambios constantes para cubrir una distancia de 250 kilómetros, llegamos a nuestro destino, muy satisfechos por el coste total de 22 euros para los dos juntos. Y sobre todo teniendo en cuenta que entre el barco desde la isla hasta Trat, y el inevitable taxi desde la frontera hasta Battambang (como era tan tarde ya no había servicio de autobuses), ya sumaban 17,50 euros.

En »sleeping bus« de Hoi An a Vientiane

Para viajes largos en autobús, que duren más de ocho o diez horas, es recomendable coger un »sleeping bus«. Las camas son bastante cómodas, aunque da la sensación de que están más bien pensadas para gente pequeña.

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Estos autobuses tienen tres filas de literas, con dos alturas de »asientos-cama« cada una. Están separadas por dos pasillos, y en la parte de atrás hay cinco de esas literas juntas, donde te sientes como en una cama compartida.  

Las 24 horas de viaje de Hoi An a Vientiane las pasamos en la parte trasera de un uno de estos »sleeping buses«. Buscamos en internet opiniones sobre este viaje y encontramos historias muy desagradables sobre el trayecto, pero la opción de vuelo se salía de nuestro presupuesto y además no había tampoco nada directo.
Como no quedaba otra alternativa posible compramos los billetes por 47 USD cada uno. Nos pareció caro, pero teníamos la esperanza de que el servicio se correspondería con el precio.

Aún así, después de lo que habíamos leído, íbamos preparados para cualquier cosa, por ejemplo:

  • autobuses con overbooking, con gente en los pasillos e incluso de pie
  • aire acondicionado estropeado, pasar calor
  • el autobús se va sin avisar, equipajes incluidos, cuando todavía estas en la frontera peleando por conseguir un visado
  • no tener tiempo para comprar comida
  • largas y abundantes paradas para arreglar el autobús
  • recipientes mal cerrados de salsa de pescado cuyo contenido, con cada curva y cada bache, se va esparciendo entre los equipajes de los viajeros
  • polizones que viajan en el portaequipajes del autobús, que repasan los equipajes de los turistas, y en el peor de los casos, lo aligeran.

Claro que no nos paso lo mismo! Hubiera sido muy aburrido, no? Aunque de todas maneras tuvo su parte de aventura. Todo nuestro equipaje, es decir, las mochilas grandes, y por supuesto las de mano también, todo se vino con nosotros arriba al autobús. En la parte de abajo, donde normalmente van los equipajes, estaba completamente lleno de cajas con comida, y todo el equipaje de los pasajeros estaba arriba, embutido entre los asientos o en los pasillos. Por encima de las maletas que colocaron en el pasillo, echaron una alfombra gorda y sirvió de cama improvisada para alguien del personal del autobús. Pero todavía no habíamos cargado bastante, después de la primera hora de camino, paramos en una gasolinera y pronto dos pequeños andamios estaban colocados a ambos lados del bus. El conductor y su tropa de cuatro ayudantes empezaron a cargar frenéticamente cajas en el techo del autobús, muchas. Más de media hora después terminaban la faena empapados en sudor, menos mal que había por allí una manguera y se dieron una ducha rápida antes de volver a subir. Mientras tanto intentábamos adivinar, junto con la única otra turista, si la carrocería del autobús sería suficientemente estable.

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Durante 40 minutos observamos, como cargaban cajas en el techo sin descanso. Una vez estuvo todo arriba, bien atado y cubierto con una lona, ya estábamos dispuestos pasa seguir.


koriander-y-manta_RaststaetteTípica estación de servicio en Vietnam, donde los autobuses para para comer.

Al llegar a la frontera de Lao Bao, nos dejaron pasar a los tres únicos turistas los primeros en todas las colas, como si fuera un procedimiento habitual, y es que en realidad tardamos diez veces más que lo que les costó a nuestros compañeros de viaje vietnamitas y laosianos.
Aunque, por cierto, la amabilidad se terminó aquí. Con una pícara sonrisa el funcionario de la frontera nos cobró en ventanilla 43 USD, ocho dólares más de lo que debería. Cuando le pregunté si podía pagar con dongs (moneda vietnamita) fue todavía más descarado y sinvergüenza. Un millón de dongs, el equivalente a 48 USD, es lo que costaba de repente, y cuando le pregunté cual era el curso actual, me dejó caer un »Buf…, I don’t know!«. Si hubiéramos tenido suficientes dólares a mano en es ese momento nos hubiera salido por tan solo 35 USD. Pero todavía no había terminado la estafa! En la ventanilla siguiente, donde te sellan el visado, otro grupo de funcionarios uniformados nos quisieron hacer creer que por llegar fuera de horario teníamos que pagar un plus. Ahí ya había tenido suficiente y saque el »Lonely Planet« para demostrarles que todavía quedaba una hora antes que se pasara el horario oficial. Los tres, con aire de incredulidad, examinaron la página del libro y finalmente cedieron en sus intentos.
Después de todo, nuestro autobús, gracias a Díos, o a Buda, todavía estaba allí esperándonos.

1 Comment

  1. Paco Rubio says

    Hola Julia y Javi veo que estais maravillados con lo espabilados que son la gente y funcionarios por esos paises. Seguir en guardia porque esos no desisten para sacar extras de dinero como sea. Veo que estais pasando una verdadera aventura que si fuera una pelicula seria un best seler por lo interesante y contínuas sorpresas. Esto que contais ocurria aqui en España los años 60 a los 75 aprox. años de dictadura de Franco ya en decadencia. Lo mas importante para vosotros es cuidarse y caer enfermos y lo superais todo.
    Un beso y un fuerte abrazo.

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